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Design

Der Einfluss von Frauen auf das Grafikdesign während der letzten 100 Jahren

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This post is part of a series called A Beginner's Guide to Art History.
Art History: Expressionism and Modern Pop Art

German (Deutsch) translation by Elisabeth Prott (you can also view the original English article)

Grafikdesign hat nicht den besten Ruf in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter. Es ist eine traditionell von Männern dominierte Branche und die meisten der bekannten Designer, die heute in Artikeln und Büchern vorgestellt werden, sind Männer.

Frauen haben jedoch eine ebenso wichtige Rolle in der Entwicklung des Grafikdesigns, wie wir es heute kennen, gespielt. Anlässlich des hundertsten Jahrestages der britischen Frauenwahlrechtsbewegung beschäftigen wir uns mit dem Einfluss von Frauen auf das Grafikdesign, die dekorative Kunst und digitale Illustrationen in den letzten 100 Jahren.

Die Zeit der Frauenwahlrechtsbewegung und Protestkunst

Bevor das Grafikdesign als Beruf anerkannt wurde, waren verwandte Bereiche wie Kunstgewerbe, Modedesign und Kunst noch stark von Männern dominiert.

Um die Jahrhundertwende begannen Frauen jedoch sich gesellschaftlich und sozial in einer Frauenbewegung zusammenzuschliessen und frühe Formen des Grafikdesigns trugen dazu bei, dass sich ihre Werte und Ziele verbreiteten. Plakate und Karikaturen wurden von vielen, meist männlichen Künstlern gestaltet, aber in Großbritannien erkannten die Suffragetten schnell, dass auch sie dieses Medium nutzen konnten, um ihr Anliegen zu unterstützen.

Die Künstlerin Hilda Dallas entwarf einige der Poster zur Unterstützung der Frauenwahlrechtsbewegung. Passend zum damals weit verbreiteten Jugendstil präsentierten diese Plakate eine optimistische Vision von Gleichheit.

votes for women poster
'Wahlrecht für Frauen' Plaket entworfen von Hilda Dallas.

Die weite Verbreitung und ihr emotionaler Stil trugen zur Veränderung der öffentlichen Meinung zugunsten der Suffragetten bei, was 1918 zur Verabschiedung des Representation of the People Act (Volksvertretungsgesetz) führte, das es Frauen in einem Alter ab 30 Jahren ermöglichte, zu wählen.

Cipe Pineles, die Pionierin im Editorial Design

Obwohl Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach und nach mehr soziale Gleichstellung erreichten, blieb die Designindustrie für viele Jahrzehnte eine von Männern dominierte Welt.

Es scheint heute seltsam, dass es vor allem Männer waren, die Werbung und Produkte für Marken entwarfen, die für Frauen gedacht waren. Aber zu diesem Zeitpunkt kämpften Frauen noch darum, in den Bereichen Werbung, Kosmetik und Mode Fuß zu fassen, Branchen, die vor allem auf den weiblichen Markt ausgerichtet waren.

So erscheinen die Leistungen von Cipe Pineles noch erstaunlicher. Die in Österreich geborene Pineles ist heute bekannt für ihre bahnbrechende redaktionelle Arbeit bei Zeitschriften wie Seventeen, Charm und Mademoiselle.

Im Vergleich zu dem sentimentaleren Stil ihrer Vorgängerinnen setzte sie sich für einen moderneren Ansatz des Editoral Designs ein und strebte generell danach, das Design von Zeitschriften minimalistisch und künstlerisch zu gestalten. Ihr wird auch die Innovation zugeschrieben, mit bildenden Künstlern Publikationen im Massenmarkt zu illustrieren.

magazine design
Cipe Pineles entwickelte nicht nur einen ausdrucksstarken Stil für die Publikationen, an denen sie arbeitete, sondern reformierte auch die Art und Weise, wie Frauen in Zeitschriften dargestellt wurden. Sie rückte Frauen stärker in den Mittelpunkt der Inhalte. Ihr Einfluss auf das Editorial Design ist auch heute noch im Zeitschriftendesign zu spüren.

Muriel Cooper gibt dem Bauhaus Stil einen eigenen Touch

Cipe Pineles war eine der ersten großen Frauenfiguren in der Grafikdesignbranche, aber sie sollte nicht lange allein bleiben. In den 1950er und 1960er Jahren begannen immer mehr junge Designerinnen sich in dieser immer noch überwiegend von Männern dominierten Branche zu etablieren. Und obwohl viele Grafikdesigner von heute vielleicht noch nie von ihr gehört haben, war Muriel Cooper eine der einflussreichsten unter ihnen.

Cooper begann ihre Karriere als Printdesignerin. Als Design-Direktorin von MIT Press adaptierte sie den Bauhaus-Stil und interpretierte ihn in einer ansprechenden und dynamischen Weise neu.

mit press logo
Das ikonische Markenzeichen Kolophon oder Logo von MIT Press, das von Muriel Cooper in den frühen 1960er Jahren entworfen wurde.

Als das Computerzeitalter anbrach, war Cooper eine der ersten Grafikdesignerinnen, die diese neue Technologie vollständig annahm und nutzte. Sie gründete MIT Media Lab und lehrte eine neue Generation von Designern sich dem digitalen Design zuzuwenden.

April Greiman 'Breaks the Grid' (durchbricht das Raster)

Die 1970er Jahre in Amerika waren eine sehr beunruhigende Zeit für die traditionellen Printdesigner. Wenn Sie allerdings die Regeln brechen wollten, hätten Sie sich in den 1970er Jahren zu Hause gefühlt.

April Greiman war eine dieser Regelbrecherinnen und gilt als eine der Pionierinnen des 'New Wave' Design-Stils der 70er und 80er Jahre.

april greiman
April Greimans "verschwommenes" Selbstporträt.

Wie Muriel Cooper wurde auch Greiman durch computergestützte Designmethoden inspiriert und anstatt die Grenzen der Technologie zu beklagen, sah sie Pixeleffekte und andere Digitalisierungsfehler als integrale Bestandteile der digitalen Kunst an.

Während Greiman an der Fachhochschule in Basel studierte, ermutigte der New Wave Schriftkünstler Wolfgang Weingart sie, sich von einem rasterbasierten Designansatz zu lösen. In Greimans Werk verschmelzen und überlagern sich Typografie-Floats und Bilder zu einem anarchischen, traumhaften Stil, der immersiv und konfrontativ ist.

Susan Kare und die Computerrevolution

Die digitale Kunst der 1970er und 1980er Jahre wurde von spezialisierten Designern geschaffen, da sich die Nutzung der Technologie oft auf Universitäten und andere Institutionen beschränkte.

Erst mit der Einführung des Apple Macintosh Computers in den 1980er Jahren wurde das digitale Design für ein Massenpublikum zugänglicher.

Susan Kare war eine der einflussreichsten Personen mit dem Mac. In den frühen 1980er Jahren entwickelte sie viele der Oberflächenelemente für den Computer, darunter Schriften und Symbole, und entwarf einen Großteil des Marketingmaterials für die Erfindung von Steve Jobs.

mac fonts
Einige der Schriftarten für den Mac, die von Susan Kare in den 1980er Jahren entworfen wurden.

Sylvia Harris und Citizen Design

Während die meisten Grafikdesignarbeiten heute für kommerzielle Zwecke durchgeführt werden, gab und gibt es einige Designer, die Grafikdesign aktiv nutzen, um soziale Zwecke zu fördern und das tägliche Leben der Bürger zu verbessern.

Sylvia Harris war eine solche Designerin. Harris wurde von vielen als "Bürger-Designerin" bezeichnet und war die Chefin der Agentur Citizen Research & Design. Während ihrer gesamten Karriere konzentrierte sie sich auf die Möglichkeiten des Grafikdesigns, die öffentliche Kommunikation und das am Menschen orientierte Design zu verbessern.

Vielleicht auch aufgrund ihrer Erziehung in Virginia in den 1960er Jahren und der dort erlebten Desegregation etablierte Harris in ihrer Arbeit einen klaren sozialen Ansatz, der sich von dem prestigeträchtigen Ansatz vieler anderer Grafikdesigner unterscheidet. Sie führte große öffentliche Projekte für viele Flughäfen, Krankenhäuser, Universitäten und Kulturzentren durch und entwickelte Marken, Schilder, Beschilderungen, Karten und Wegweisungssysteme.

sylvia harris
Sylvia Harris, fotografiert von George Larkins

Paula Scher, Pentagramm und das Überdenken des Markendesigns

Paula Scher ist eine der bekanntesten Grafikdesignerinnen der Welt und seit den 1970er Jahren eine feste Größe im amerikanischen Design.

paula scher
Paula Scher als Referentin auf der GDMA Degree Show 2010.

Schers Frühwerk wurde von einem eklektischen Ansatz der Typografie in ihrer Rolle als Art Director geprägt. 1991 wurde sie Partnerin im New Yorker Büro des legendären Designstudios Pentagram, wo sie bekannte Markenidentitäten, Publikationen und Verpackungsdesigns für Marken wie Bloomberg, Microsoft, Coca-Cola, Shake Shack, Perry Ellis, das Museum of Modern Art und Tiffany & Co. entwickelte.

Neben vielen anderen Auszeichnungen, die sie im Laufe ihrer Karriere erhalten hat, erhielt Scher 2001 eine der höchsten Auszeichnungen für Grafikdesign, die AIGA-Medaille, als Anerkennung für ihre Beiträge auf dem Gebiet des Designs. Im Jahr 2006 wurde ihr die Type Directors Club Medaille verliehen und sie war damit die erste Frau, die diesen Preis erhielt.

Ellen Lupton revolutioniert die Typografie

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Designwelt die alleinige Domäne von Spezialisten. Im Laufe der Zeit ist das Grafikdesign nun viel zugänglicher geworden. Wegen Schriftstellern und Pädagogen wie Ellen Lupton ist dies heute der Fall.

Lupton ist Kuratorin für zeitgenössisches Design am Cooper-Hewitt National Design Museum in New York City. Sie ist auch die Leiterin des MFA-Programms für Grafikdesign am Maryland Institute College of Art (MICA).

Vielleicht erkennt man Luptons kommerzielle Arbeiten nicht sofort, obwohl sie in diesem Bereich viel erreicht hat, aber wenn Sie sich für Grafikdesign interessieren, sind Sie mit großer Sicherheit schon mal mit ihren Arbeiten in Berührung gekommen.

Lupton hat zahlreiche Bücher zum Thema Typografie geschrieben, am bekanntesten ist Thinking with Type, ein wertvoller Leitfaden für alle, die mehr über die Rolle der Schriftarten im Grafikdesign und in der Gesellschaft als Ganzes erfahren möchten.

thinking with type
Ellen Lupton beschreibt ihre Analyse der Welt der Typografie in ihrem Buch "Thinking with Type" und auf ihrer eigenen Website.

Lupton bezeichnet die Schriftarten als "die Luft, die wir atmen, das Wasser, das wir trinken und den Pot, den wir rauchen "*, aber ihre Bücher und Artikel handeln nicht nur von Schriftarten.

Sie war auch davon überzeugt, dass die Bevölkerung lernen sollte, wie einfach und leicht zugänglich Design sein kann. Diese Überzeugung bringt sie am besten in ihrem Buch "D.I.Y.: Selbst designen" zum Ausdruck.

* Weiss, Yoni. "Zitat (Typenite talk, 16. Juli 2015, Strand Bookstore, NY)". Twitter.com.

Wie Grafikdesignerinnen heute nach ihren eigenen Vorstellungen arbeiten

Auch wenn heutzutage noch ein Mangel an Frauen in Führungspositionen in der Grafikdesignbranche herrscht, beginnt sich das geschlechtsspezifische Ungleichgewicht in den Studiengängen und der Designbranche zu bessern.

Es gibt auch immer mehr Beispiele von Grafikdesignerinnen, die großartige Arbeit leisten, die genauso viel, wenn nicht sogar mehr Anerkennung und Beifall findet als die ihrer männlichen Kollegen.

Jessica Walsh ist ein solches Beispiel. Wenn Sie sich inspirieren lassen wollen, sollten Sie sich die Arbeit dieser New Yorker Designerin und Art Directorin in ihrem Behance Profil ansehen. Walsh steht für eine neue Generation junger weiblicher Designer und digitaler Illustratoren, die das Internet zu ihrem Vorteil nutzen und ein begeistertes Publikum sofort und auf internationaler Ebene erreichen.

jessica walsh behance

Wenn man sich die Geschichte der Frauen im Grafikdesign ansieht, stellt man fest, dass Frauen viele Jahrzehnte versuchten sich in bereits etablierten Agenturen zu profilieren, die oft von Männern gegründet wurden. Allerdings gibt es mittlerweile in der Branche immer mehr Frauen, die nicht nur Führungsrollen in bestehenden Agenturen übernehmen, sondern auch ein eigenes Unternehmen gründen oder erfolgreich als Freiberuflerinnen arbeiten. Erreicht wird dies oft durch die Entwicklung eines charakteristischen Designstils, der von namhaften Kunden sehr geschätzt wird.

Jiani Lu ist ein Beispiel für eine Designerin, die sich für einen solchen Ansatz entschieden hat, der heute zur Norm unter den weiblichen Designern der Millenniumsgeneration geworden ist. Sie hat ihre Grafikdesign Karriere auf ihre eigene Art und Weise verwirklicht, indem sie einen charakteristischen Designstil entwickelte. In ihren preisgekrönten Druck-, Foto- und Brandingdesign Arbeiten verfolgt sie einen minimalistischen Ansatz mit prägnanter Typografie und viel selbstbewusst eingesetztem weißen Feiraum.

loft branding

Lu ist nicht die einzige Designerin, die mittlerweile atemberaubend gute Designarbeiten kreiert und ihr Portfolio liefert sicherlich einige tolle Inspirationen.

jiani lu

Walsh und Lu sind jedoch nur zwei der insgesamt 11% Frauen, die heute in der Designbranche führend sind. Es scheint, dass trotz der unglaublichen Qualität der Arbeit der Designerinnen noch ein langer Weg vor uns liegt, bis sich das geschlechtsspezifische Ungleichgewicht auflöst.

Resümee

Wir haben einen langen Weg zurückgelegt seit den Plakaten der Sufragetten Anfang des 20. Jahrhunderts.

Jetzt ist eine wirklich aufregende Zeit für Frauen in der Grafikdesignbranche, und obwohl es in einigen Bereichen der Branche noch immer keine ausgewogene Repräsentanz von Männern und Frauen gibt, beginnt sich dieses Bild zum Besseren zu wenden.

Denken Sie an diese Wegbereiterinnen, wenn Sie ihre Designprojekte in Angriff nehmen - sie waren selbstbewusst und mutig und haben sich entschieden, die Dinge anders zu machen und dabei ihre eigenen Trends zu setzen. Und Sie können das ebenso tun!

Weitere Informationen zum Internationalen Frauentag bei Envato finden Sie hier:

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