Kunstgeschichte: Die Urgeschichte
German (Deutsch) translation by Elisabeth Prott (you can also view the original English article)
Seitdem es Menschen gibt, gibt es auch Kunst. Das Wissen über die künstlerischen und kreativen Leistungen unserer Spezies kann zu einem besseren Verständnis davon führen, was unser Leben bedeutet oder wie wir uns selbst und unseren Platz im Universum beurteilen. Das ist eine großartige Idee, und nicht jede Kunst soll großartig sein, aber ich kann nicht anders, als kunsthistorisch poetisch zu werden.



In dieser monatlich erscheinenden Reihe stellen wir verschiedene geschichtliche Epochen vor mit ihren künstlerischer Entwicklungen und Kulturen und deren Einfluss auf die Kunst im Laufe der Geschichte. Zu Beginn werden wir weit in die Steinzeit zurückgehen. Wir müssen in diesem Artikel eine Menge (Tausende und Abertausende von Jahren) abdecken, also fangen wir an!
Die Altsteinzeit
Normalerweise wird diese Periode in drei Phasen unterteilt: Altpaläolithikum, Mittelpaläolithikum und Jungpaläolithikum. Das Altpaläolithikum beginnt mit dem Gebrauch von Werkzeugen, die in den archäologischen Aufzeichnungen vor 3,3 Millionen Jahren bis vor rund 300.000 Jahren vorkommen. Kunst gibt es in dieser Zeit nicht wirklich. Die Vorfahren unserer Spezies entwickelten einfache Techniken und hatten vielleicht schon das Feuer entdeckt.
Das Mittelpaläolithikum umfasst die Zeit von vor 300.000 bis vor 30.000 Jahren und ist geprägt von kultureller und verstandesmäßiger Entwicklung. Schmuck, Bestattungsrituale und möglicherweise Körperbemalung gehören zu den kulturellen Entwicklungen dieser Zeit. Im Jahr 2002 fanden Forscher in der Blombos Höhle in Südafrika zwei geritzte Ockerstücke und durchbohrte Gehäuse von Meeresschnecken. Sie datieren diese auf ein Alter von etwa 70.000 Jahren. Diese Funde deuten darauf hin, dass die frühen Vertreter unserer Spezies in der Lage waren, symbolische oder abstrakte Kunst zu erschaffen. Man kann sich darüber streiten, ob es sich um eine frühe Form von Kunst handelt oder nicht.



Im Jungpaläolithikum (vor 50.0000 bis vor 10.000 Jahren) finden wir die ersten richtigen Kunstwerke. Diese Epoche wird als Epoche mit den ersten prähistorischen Kunstwerken assoziiert. Auf der ganzen Welt wurden Zeugnisse des künstlerischen Schaffens unserer Spezies gefunden, von Höhlenmalereien über Schnitzereien bis hin zu primitiven Skulpturen. Diese Epoche, die oft als "Eiszeitkunst" bezeichnet wird, umfasste naturalistische und gegenständliche Kunst sowie abstrakte und geometrische Arbeiten.



Ein berühmtes Beispiel für Kunst aus dieser Zeit ist die Venusfigur. Ob als geschnitzte Skulptur oder mit Gravur, diese figurativen Arbeiten zeigen meist rundliche Frauen mit großen Brüsten und breiten Hüften. Sie wurden in ganz Europa und in Teilen Sibiriens gefunden. Die älteste gefundene Figur ist etwa 35.000 Jahre alt und wurde aus dem Stoßzahn eines Mammuts geschnitzt. Die Venusfiguren stellen auch die früheste dokumentierte Verwendung von Ton dar im einem Zeitraum von vor 29.000 bis 25.000 Jahren.
Höhlenmalereien auf der ganzen Welt sind vielfältig und erstrecken sich von figurativen Darstellungen von Menschen und Tieren bis hin zu eher abstrakten Bildern. In Südkorea wurden in Turo-bong Darstellungen von Wild gefunden, die etwa 40.000 Jahre alt sind.
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Das berühmteste Beispiel für Höhlenkunst findet man in Frankreich in der Chauvet-Pont-d'Arc Höhle oder Chauvet Höhle. Im Jahr 1994 wurde die Höhle entdeckt und schenkte uns Hunderte von fantastischen Bildern von Tieren, Funde von menschlichen Überresten und mehr. Die Gemälde zeigen unter anderem Höhlenlöwen, Nashörner, Panther, Pferde und Rinder. Die Zeichnungen stellen nicht nur eine fantastische Möglichkeit dar, festzustellen wie die Menschen die Form der Tiere wahrgenommen haben, sondern sie dokumentieren auch mit welchen Tieren diese Menschen in Kontakt kamen und welche sie jagten oder von welchen sie selber gejagt wurden.
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Wenn man sich diese Skizzen ansieht, die vor 35.000 Jahren und vor 30.000 Jahren entstanden sind, fühlt sich das unheimlich ähnlich an, als wenn man sich Skizzenbüchern moderner Künstler und Comiczeichner ansieht. Zeichnungen von Köpfen und Skizzen, die sich überlagern, zeigen Tiere in Bewegung oder stehend oder in Gruppen. Abgesehen von vielleicht einer oder zwei Venusdarstellungen gibt es jedoch keine Bilder von Menschen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was das über unsere Spezies aussagt oder was die Absichten der Künstler in ihrer Dokumentation waren, aber es gibt uns einen Einblick in das Leben der Höhlenbewohner.
Die Jungsteinzeit
Die Jungsteinzeit unterscheidet sich zeitlich von Gebiet zu Gebiet. Allgemein reicht sie von frühestens 8.000 v. Chr. (in Afrika, dem Mittleren Osten und Südostasien) bis zu 500 v. Chr. (in Amerika). Im Wesentlichen ist dies die Zeit nach der Eiszeit, in der sich die Menschen von den Höhlen weg bewegten und sich in anderen Gebieten niederließen und Gesellschaften gründeten.
Als sich der Mensch vom Jäger und Sammler weiterentwickelte und Landwirtschaft und Viehzucht betrieb, musste er Strukturen schaffen, in denen er leben und arbeiten konnte. Es wurden Häuser aus Lehmziegeln, Steinmauern, Türme und vieles mehr errichtet, um die Menschen zu schützen, Tiere zu halten und Lebensmittel zu lagern.
Neben der Architektur wurden im Laufe dieser Zeit auch die Töpferei, das Weben, die Malerei, die Bildhauerei und die stilisierte Bildmalerei entwickelt oder weiterentwickelt. Die Menschen schufen Gebrauchsgegenstände (Töpfe, Gefäße usw.) und dekorierten sie wiederum mit Farbe, Zierputz und mehr. Kunstformen wie Lack Objekte hatten ihren frühesten Anfang in dieser Ära (5000 – 4500 v. Chr.) in China. Mit dem Fortschritt der technischen Entwicklung, entwickelten sich auch die Kunst und unsere Fähigkeiten, Kunstwerke zu erschaffen.
Stonehenge mit seinen Megalithen (auf der Salisbury Ebene in England) befand sich in dieser Zeit im Prozess des Aufbaus. Das ging einher mit weiteren kulturellen und möglicherweise religiösen Entwicklungen unserer Spezies. In Amerika wurden Monolithen wie der Moai auf der Osterinsel, Chile, aus großen vulkanischen Felsen gehauen.



Es gibt zahlreiche Forschungen, die sich damit beschäftigen wie Megalithen und Monolithen bearbeitet und aufgebaut wurden und wie sie bewegt wurden, um die Monumente zu erschaffen, die wir heute kennen.
In der Regel endet hier die Steinzeit und die Bronzezeit beginnt, in der unsere Spezies anfing mit Bronze zu arbeiten und die Entwicklung auf dem Weg zu anspruchsvolleren Formen der kreativen und praktischen Handwerkskunst voranschritt.
Steinzeitwerkzeuge
Praktische Werkzeuge, Waffen und mehr
Bevor wir diese Ära verlassen und uns der nächsten zuwenden, sehen wir uns die Werkzeuge an, mit denen in der Steinzeit Gegenstände hergestellt wurden und Kunstobjekte geschaffen. Ein Großteil der ersten Werkzeuge war aus Stein, Holz oder Knochen. Ein Steinhammer gehört zu den ältesten Werkzeugen, die man gefunden hat. Er liegt gut in der Hand und wurde verwendet, um andere Gegenstände wie Faustkeile oder Schaber anzufertigen oder um Dinge wie z.B. Futter zu zerkleinern.



Die Verwendung von Faustkeilen und anderen Werkzeugen kann zum Jagen, Graben, Hacken oder zur Herstellung von Schabewerkzeugen erfolgt sein. Da wir keine schriftlichen Überlieferungen vorliegen haben, wofür Faustkeile verwendet wurden, müssen Archäologen Hinweise aus dem Umfeld und die Forschung anderer nutzen, um herauszufinden, wofür unsere Vorfahren diese Werkzeuge benutzt haben.
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Die oben genannten Werkzeuge wurden hergestellt, indem man einen Stein mit einem Steinhammer oder einem Faustkeil bearbeitet und Teile davon abschlägt. Diese Steine wurden weiter bearbeitet zu Werkzeugen, wie Schaber, die Sie nachfolgend sehen. Diese Werkzeuge wurden für die Holzbearbeitung und für die Hausarbeit verwendet. Während des Gebrauchs wurden sie immer kleiner und kleiner, so dass die Werkzeuge, die uns heute vorliegen, meist nutzlos sind und einfach Überreste dessen, was unsere Vorfahren benutzt haben.



Pigmente und Malerei
Wir haben also ein wenig über die Werkzeuge gelernt, die vielleicht verwendet wurden, um Schnitzereien und Skulpturen und Architektur zu erschaffen, aber was ist mit der Höhlenmalerei? Zum einen, was wurde als Farbe verwendet? Einige Quellen behaupten, dass Schmutz oder Kohle mit tierischen Fetten, Wasser oder anderen Bindemitteln vermischt wurden, um eine Paste herzustellen. Andere wiederum fanden heraus, dass Pigmente wie Hämatit, gelber Ocker und Oxid benutzt wurden. Diese wurden mit Stein oder Knochen als Mörser in der Höhle selbst zermahlen.
Zu den möglichen Werkzeugen mit denen die Pigmenten aufgetragen wurden, gehörten Stöcke und Zweige, Federn oder Fell und Hände. Eines meiner Lieblingsgemälde ist unten zu sehen, wo Hände als Schablone verwendet wurden. Es wird angenommen, dass eine Art Rohr verwendet wurde, um die Pigmente um die Hände herum zu pusten und diese fantastischen Impressionen zu erzeugen.



Ähnlich wie heute verwendeten diese frühen Künstler alles was ihnen zur Verfügung um sich zu verewigen. Es sind nur einige wenige dieser Zeitzeignisse in Höhlen und auf der ganzen Erde erhalten, damit wir sie studieren können.
Zusammenfassung
Von unseren ersten Anfängen als Nomadenvölker in Höhlen bis hin zur Niederlassung in Siedlungen als Bauern erstreckt sich eine lange Geschichte der Kunst unserer Spezies und der Vorfahren unserer Spezies. Wenn wir geschichtlich unserer Fähigkeit zur Nutzung von Werkzeugen folgen, können wir die künstlerischen Entwicklungen verfolgen, die die Veränderungen dokumentieren, uns Geschichten erzählen und unsere Kultur begründeten.
Das sind nur einige markante Punkte aus diesen Epochen. Unsere Spezies kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, und je komplexer und anspruchsvoller unsere Kulturen geworden sind, desto mehr haben sich die Kunst und die kreativen Ausdrucksformen der Menschen entwickelt. Betrachten Sie dies als einen kleinen Einblick in unsere Vergangenheit und einen Vorgeschmack darauf, was Sie in den nächsten Artikeln dieser Reihe erwarten wird.
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