Kunstgeschichte: Byzantinische und islamische Kunst
German (Deutsch) translation by Elisabeth Prott (you can also view the original English article)
Willkommen zurück zu unserer Reihe zur Kunstgeschichte! Aus den Gebieten des antiken Rom reisen wir nun weiter, um die Welt der byzantinischen und islamischen Kunst zu erleben. Wir werden sehen, wie die Geschichte die Kunst dieser Zeit maßgeblich beeinflusst hat.



Die Geburt eines neuen Reiches
Aus den Tiefen des römischen Niedergangs hervorgegangen, blühte das Byzantinische Reich auf unter Kaiser Konstantin dem Großen, der den Weg zu einem vollkommenen religiösen Staat anführte. Nachdem er die Hauptstadt seiner neuen kaiserlichen Heimat zu seinen Ehren umbenannt hatte, schmückte Konstantin die Stadt mit kunstvollen griechischen Statuen, erlesener Gold- und Marmorkunst und wunderschönen Mosaiken, um die christliche Religion zu ehren.



Das Reich bestand bis zum Fall von Konstantinopel 1453, als osmanische Türken, angeführt von Mehmed dem Eroberer, die einst mächtige Hauptstadt übernahmen. Das künstlerische Vermächtnis blieb jedoch erhalten, da viele Staaten Osteuropas seine illustre Kultur weiterhin bewahrten.
Die byzantinische Kunst gliedert sich in vier verschiedene Perioden, mit einem starkem Einfluss der christlichen Religion und der bestehenden Wertschätzung der Byzantiner für die traditionelle römische Kunst.
Der Einfluss von Byzanz auf die islamische Kunst
Wie viele Kulturen zuvor setzte das Byzantinische Reich seine Herrschaft sozusagen als wichtiger Einflussfaktor in den Bereichen Kunst und Architektur noch lange nach seinem Untergang fort. Die islamischen Gebiete beispielsweise übernahmen eine breite Palette von Stilen und integrierten aufwendige Mosaiken an den Wänden jedes Bauwerks, die von christlichen Künstlern geschaffen wurden.
Werfen wir einen Blick auf den bedeutenden Einfluss in den folgenden Bereichen der Kunst.
Architektur
Einer der bedeutendsten Bereiche, in denen das Vermächtnis von Byzanz erhalten blieb, war sein Einfluss auf die Architektur.
Nach der Eroberung des Byzantinischen Reiches nahmen die Osmanen seine architektonischen Elemente und seinen Stil in ihre Strukturen auf, einschließlich der Umgestaltung von traditionellen Basiliken oder christlichen Kirchen in ihre eigenen charakteristischen Moscheen.
Am bekanntesten für seine starken europäischen Stileinflüsse ist der Felsendom, ein islamischer Schrein, der mit ähnlichen Abmessungen wie die Grabeskirche in Jerusalem gebaut wurde.



Er ist mit reich verzierten, goldenen Mosaiken geschmückt, die Szenen islamischer Ikonographie zeigen. Der geliebte Schrein weist zudem eine achteckige Struktur auf, die in der byzantinischen Architektur oft zu sehen ist.
Beeindruckt von den komplizierten Details, die in christlichen Mosaiken zu finden sind, waren die regierenden muslimischen Eindringlinge vollkommen damit einverstanden, ihren christlichen Pendants in dieser Zeit einen praktischen Zugang zur Kunst zu ermöglichen. Das bedeutete, dass einige der einzigartigen Bauwerke, die in dieser Zeit errichtet wurden, tatsächlich von Christen im traditionellen byzantinischen Stil erbaut wurden.



Mosaiken und Kacheln
Inspiriert von den wunderschön gestalteten Mosaiken, die die Wände der klassischen christlichen Architektur schmückten, wurden Mosaike zu einer weiteren herausragenden Kunstform, die in die islamische Kultur überging.



Einer der Hauptunterschiede zwischen byzantinischen und islamischen Mosaiken bestand jedoch darin, dass in der islamischen Kunst oft schöne Szenen ohne menschliche Darstellungen erschaffen wurden. Dieser aus dieser frühen Ära stammende Stil sollte später eine neue kreative Methode der Glasur von bunten Kacheln für die Innen- und Außenbereiche von kuppelförmigen Moscheen umfassen.
Es wurden hierbei mosaikartige Kacheln in einem dreidimensionalen Relief ausgelegt und mit einzelnen Farben dekoriert, die in einem abstrakten geometrischen Muster angeordnet wurden. Diese Kunst mit Mosaikkacheln existierte viele Jahre lang bis zum Mogulreich, als diese Kunst durch Dekorationen mit Halbedelsteinen ersetzt wurde.



Läufer und Teppiche
Eine weitere wichtige Kunstform, die nicht unerwähnt bleiben darf, sind die schönen Arbeiten orientalischer Läufer und Teppiche für den täglichen Gebrauch, von traditionellen Gebetsteppichen bis hin zu Kissen und Teppichböden.



Unter Verwendung einer Kunstform, die tief in islamischen Gesellschaften verankert ist, fertigten die Teppichknüpferinnen und -knüpfer wunderschöne, kompliziert gearbeitete Muster mit geraden Linien und Kanten an. Sie nahmen auch die fließenden Schleifen und Kurven der Arabeske (des islamischen Ornamentstils) in viele ihrer Entwürfe auf, um ihr islamisches Erbe zu zelebrieren, und diese sollten später zu einem Hauptmerkmal dieses einzigartigen Stils werden.
Frühere islamische Teppiche wurden auch stark von den Stilen der nahegelegenen Regionen und der steigenden Nachfrage nach repräsentativen Teppichen beeinflusst, die vom europäischen Adel in Auftrag gegeben wurden.



Keramik
Und schließlich spielte Keramik eine große Rolle im täglichen Geschehen der islamischen Kunst. Weiter zurück datierte Keramikarbeiten wurden ohne Glasur hergestellt. Es wird jedoch berichtet, dass die erste Anwendung von Glasurtechniken bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht.



Die islamische Töpferkunst wurde stark von der chinesischen Keramik beeinflusst. Die islamischen Künstler bewunderten die filigranen chinesischen Designs sehr und übernahmen dessen Formen und dekorative Motive in ihren eigenen Stil.
Sie führten die Keramikherstellung nach den Methoden der Chinesen fort, bis der spanisch-maurische Stil entstand, der islamische und europäische Elemente miteinander vermischte. Dieser Stil brachte auch neue Methoden zur Herstellung von Keramiken hervor, die eine deckende, weiße Zinnglasur und die Bemalung mit Metallglanz beinhalteten.



Sie sehen also, obwohl anfänglich stark von der Kunst des byzantinischen Reiches beeinflusst, entwickelte sich die islamische Kunst weiter und bezog die Stile vieler weiterer Regionen und Kulturen in ihre Designs ein.
Zusammenfassung
Im Laufe der Geschichte können wir sehen: Wenn ein Reich untergeht, geht ein anderes siegreich daraus hervor. Und mit jedem neuen Reich, das aus der Asche der Gefallenen geboren wird, wird die Kunst zu einem wichtigen Markenzeichen für die ruhmreiche Geschichte und Kultur der jeweiligen Zeit.
Für weitere interessante Geschichten der byzantinischen und islamischen Kunstgeschichte klicken Sie auf untenstehenden Links für weiterführende Literatur. Und begleiten Sie mich nächsten Monat, wenn wir uns die wunderbare Kunst aus dem rätselhaften asiatischen Raum ansehen.
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Byzantinische Kunst (Oxford Kunstgeschichte)
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Byzantinische Kunst und Diplomatie im Zeitalter des Niedergangs
- Kunst der byzantinischen Epoche (Welt der Kunst)
- Islamische Kunst (Kunst & Ideen)
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Islamische Kunst
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Islamisches Design: Meister der Geometrie
Die folgenden Quellen wurden ebenfalls in diesem Artikel berücksichtigt: