Kunstgeschichte: Das indigene Südamerika
German (Deutsch) translation by Elisabeth Prott (you can also view the original English article)
Willkommen zurück zu unserer Reihe zur Kunstgeschichte! Von den Ureinwohnern Nordamerikas aus wenden wir uns nun der Welt der Kunst der südamerikanischen Ureinwohner zu. Lassen Sie uns sehen, wie die Geschichte die Kunst dieser Zeit maßgeblich beeinflusst hat.



Die präkolumbianische Welt
Das heutige Kolumbien und Peru waren einst die Stätten der indigenen Zivilisationen Südamerikas. Stämme von Jägern und Sammlern gründeten Städte, in denen sie die Werkzeuge und Ressourcen entwickelten, um die Naturelemente zu überleben und gleichzeitig gaben sie ihre überlieferten Traditionen weiter.
Jahrhundertelang lebten sie ungestört bis zur europäischen Invasion und schufen außergewöhnliche Architekturdenkmäler und Alltagsgegenstände. Ihre exquisiten Kunstwerke waren ein Spiegelbild ihres Lebens und ihrer unterschiedlichen Glaubenssysteme, wobei Edelmetalle, Textilien und Skulpturen im Mittelpunkt ihres Handwerks standen.



Werfen wir einen Blick auf einige der am weitesten verbreiteten Kunstformen, die aus dieser Zeit stammen, um mehr über diese unglaublich widerstandsfähigen Menschen zu erfahren.
Textilien
Aufgrund der fast 10.000 Jahre alten indigenen Tradition waren Textilien aus den Anden weltweit für ihre Schönheit und außergewöhnliche Handwerkskunst bekannt. Die Andenbewohner webten ihre Textilien auf einem alten Webstuhl mit Rückenriemen, wobei sie sich vor- und zurücklehnten, um Spannung auf dem Webstuhl zu erzeugen und zu lösen.



Das Ergebnis dieser aufwendigen Technik war ein wunderschönes Gewebe, welches oft ihre Liebe zu übernatürlichen Kreaturen oder Schamanen zeigte. Die aus Alpakawolle und Baumwolle hergestellten Textilien wurden anschließend mit leuchtenden Farben gefärbt, die aufgrund der trockenen Witterungsbedingungen in der Gegend ungewöhnlich gut erhalten blieben.
Die Chimu, eine frühe lateinamerikanische Kultur, die aus dem Gebiet des heutigen Peru stammt, waren erfahrene Weber, die eine Spindel zur Herstellung ihrer Arbeiten verwendeten. Die Künstler spannten einen langen Faden, der später zu komplexen Mustern verwoben wurde, und verschönerten ihre Werke mit Brokat, Stickereien und bemalten Stoffen.
Ähnlich wie die Völker der Andenkultur verwendeten die Chimu natürliche Farbstoffe, die aus Pflanzen und Mineralien hergestellt wurden, um ihre Materialien zu färben. Man kann ihre exquisite Arbeit an erhaltenen Stoffstücken bewundern, bei denen es sich um kunstvoll verzierte Stoffe handelte, die für Kleidung verwendet wurden.



Skulpturen und Architektur
In einer Kultur, in der die Werkzeuge von Hand gefertigt wurden, entwickelte sich die Bildhauerei zu einem bedeutenden Teil der frühen südamerikanischen Zivilisationen. Die Sican- oder Lambayeque-Kultur schuf prachtvolle Skulpturen und Alltagsgegenstände aus Edelmetallen, die in dieser Gegend vorkommen.



Aufgrund ihrer weit verbreiteten Praxis des Schmelzens und der Metallverarbeitung wurden Metallwerkzeuge und -gegenstände in allen Gesellschaftschichten genutzt und es entstand dadurch sogar eine Hierarchie, da sich einige Personen mehr wertvolle Edelmetalle leisten konnten. Das Kunstschmieden wurde zu einer Lebensart, und große Werkstätten entstanden, in denen einheimische Künstler wunderschöne Keramiken, Kochgefäße und architektonische Ornamente herstellten.



Wenn es um Architektur geht, kann man nicht über die indigene Kunst Südamerikas sprechen, ohne die antike Architektur der Inkas und der mesoamerikanischen Mayas zu erwähnen. Am bekanntesten ist Machu Picchu, eine Inkazitadelle auf den Berggipfeln von Peru.



Die Gebäude von Machu Picchu, die aus mehreren Tempeln und antiken Monumenten bestehen, wurden mit Hilfe einer klassischen Architekturtechnik der Inka namens Ashlar errichtet. Unter Verwendung von Steinen, die in ihrem eigenen Steinbruch abgebaut wurden, reihten die Inkas dann die Steine aneinander und fügten sie mit stabilisierenden strukturellen Elementen wie trapezförmigen Fenstern und abgerundeten Ecken zusammen. Diesen außergewöhnlichen Bauingenieuren gelang es, Gebäude zu errichten, die nicht nur über mehrere Jahrhunderte hinweg Bestand hatten, sondern auch die heftigen Regenfälle und die vulkanischen Aktivitäten in dieser Gegend überlebten.



Schmuck
Wenn wir heute an Schmuck denken, sind es oft gut situierte und wohlhabende Persönlichkeiten der Gesellschaft, die teure Schmuckstücke tragen. Die Muisca Zivilisation Kolumbiens hingegen hatte einen eher egalitären Ansatz.
Sie waren bekannt für ihre exquisite Goldverarbeitung, wobei das Gold nur durch Handel entlang des Flusses Magdalena beschafft werden konnte. Das einfache Volk besaß natürlich weniger Schmuckstücke, aber die mächtigen Krieger und Priester trugen sehr viel Schmuck, von goldenen Nasenringen bis hin zu goldenen Armbändern und Masken.



Die Mitglieder der alten Chavin-Kultur waren ebenfalls auf dem Gebiet der Edelmetallbearbeitung sehr begabt. Auch wenn sich nur die Elite mit exotischen Schmuckstücken schmückte, trugen sie ihren Schmuck mit Stolz und hatten eine Vorliebe für schöne Muscheln und filigrane Schmuckstücke aus Gold.



Zusammenfassung
Die Epoche der indigenen Kunst Südamerikas war eine geheimnisvolle Zeit antiker Traditionen. Das breite Spektrum an Kultur und der Einfluss auf die Entwicklung der Kunst dokumentieren eindrucksvoll die Bedeutung dieser Zeit. Ich hoffe, dass Sie sich auch weiterhin mit dieser interessanten Epoche beschäftigen werden.
Für weitere wunderbare Geschichten zur Kunst Südamerikas klicken Sie auf die untenstehenden Links ein. Ich hoffe Sie sind nächsten Monat wieder dabei, wenn wir uns der faszinierenden Kunst Afrikas zuwenden.
- Indigene Schönheit
- Kunst der Anden: Von der Kultur der Chavin bis zu den Inkas
-
Peru: Kunst von der Kultur der Chavin bis zu den Inkas
-
Die verschollene Stadt der Inkas
Die folgenden Quellen wurden ebenfalls in diesem Artikel mit einbezogen: